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TopicErfahrung mit Intensivsprachkursen in Englisch?
CommentHallo,
ich wurde von einem Bekannten gebeten, die Leo-Gemeinschaft mal folgendes zu fragen:

Gibt es Leute, die mit Intensivsprachkursen für Englisch Erfahrungen gemacht haben?

Mein Bekannter ist arbeitssuchend (mittlere Managementebene) und möchte seine Englischkenntnisse schnell und effektiv verbessern, um sich mehr Optionen auf dem Arbeitsmarkt zu erschließen.

Seine Fragen wären:

Bringt es wirklich etwas, einen mehrwöchigen Vollzeit-Sprachkurs zu machen? Kann man anschließend sicher deutlich besser kommunizieren?

Kann man sich z.B. gute und arbeitsalltagstaugliche Kenntnisse in Business Englisch auf diesem Wege aneignen?
Oder hilft das eher "nur" für die allgemeine Kommunikationsfähigkeit?

Bringt es einen Vorteil, einen solchen Kurs im englischsprachigen Ausland zu machen, wo man dann z.B. in muttersprachlichen Gastfamilien untergebracht ist?

Hat jemand mit den preisgünstigen Angeboten auf Malta Erfahrungen?

Hat jemand sonst noch eine gute Idee, wie man schnell und effektiv die Sprachkenntnisse verbessern könnte?

Wir sind für alle Erfahrungsberichte und Tipps dankbar!!
Author: Goldammer     (428405) 04 Nov 09 10:13

CommentIm Internet englische Radiosendungen hören bringt viel. Am meisten bringt halt immer der Aufenthalt im Land selbst, aber nicht unbedingt in einer Sprachschule, sondern mitten unter den "Einheimischen", also z.B. dort leben und arbeiten für eine Weile.

1Authorhe-evo-nehe04 Nov 09 10:17

CommentEs geht um einen Erwachsenen, he-evo-nehe. Außerdem ist er arbeitslos. Es wird also nicht so einfach sein, mal eben ins englischsprachige Ausland zu gehen und dort, die evtl. vorhandene Familie zu Hause lassend, adäquate Arbeit zu finden.

Ich glaube schon, dass muttersprachlicher Intensivunterricht viel bringt. Ein Freund von mir hat z.B. Auslandszivildienst gemacht, konnte aber kaum Spanisch und hat dafür im lateinamerikanischen Land vor Ort 4 Wochen intensiv Einzelunterricht bekommen. Der war gut genug, dass er sich dann in dem abgelegenen Dorf wo er Dienst tat, verständigen konnte.

Man muss halt wie bei allen Sprachlehrern darauf achten, dass sie nicht nur Muttersprachler sind, sondern auch pädagogisch geeignet bzw. geschult.
2Authortigger04 Nov 09 10:28

Comment(Öhm, wer Kommafehler in #2 findet, darf sie behalten...)
3Authortig,ger04 Nov 09 10:28

CommentWenn er an einem Intensiv-Kurs Business Englisch interessiert ist, ist Malta aber vll der falsche Ort. Soweit mir bekannt, werden dort hauptsaechlich Schuelersommerkurse angeboten, Altersgruppe: Teenager, die allerdings - laut einem Englischlehrer da unten - alles machen, nur nicht lernen. ;)

Intensive Business Englisch Kurse koennen mE sehr wohl etwas bringen, da man dort ja ein bestimmtes Vokabular lernt, dass sich von der normalen Alltagskommunikation unterscheidet. Ich wuerde solche Kurse jedoch nur bei einem native speaker machen wollen (das kann ja auch in DE sein, da gibts ja auch genug Sprachschulen von engl.sprachigen Expats, die sowas anbieten), da die einem zur Not besser kleine kulturell bedingte Feinheiten erklaeren koennen. (Ich denke da nur an sowas wie: lawyer vs. solicitor vs. attorney vs. advocate oder plc, ltd, vs. GbR, GmbH etc... )

Auf dem dt. Arbeitsmarkt wird er damit wahrscheinlich am ehesten punkten koennen, wenn er irgendein IHK Zertifikat Business English (oder wie das heisst) macht. Die dt. sind doch so zeugnisgeil.
4AuthorJools     (432226) 04 Nov 09 11:37

CommentIch habe einmal einen sechswöchigen Intensiv-Sprachkurs gemacht (allerdings für Arabisch und innerhalb Deutschlands). Der Erfolg war anfangs beachtlich, wobei man allerdings einschränkend bemerken muss, dass für einige der Teilnehmer das Tempo zu schnell war.

Außerdem habe ich, da ich danach keinen Kontakt zu der Sprache mehr hatte, innerhalb weniger Monate wieder alles vergessen. Das mag für Englisch aber vielleicht anders sein, weil man da im Regelfall schon Vorkenntnisse hat und die Sprache danach normalerweise auch nicht völlig aus den Augen verliert.

Was das Englische angeht, habe ich festgestellt, dass zumindest bei mir langfristige Strategien am meisten helfen, d.h. regelmäßig englische Publikationen lesen, englisches Fernsehen schauen usw.
5AuthorEmma04 Nov 09 12:20

CommentWenn der Lehrer seine Arbeit versteht und auf die Bedürfnisse des Schülers eingehen kann, bringt so ein Intensivkurs sicherlich eine Menge. Allerdings sollte dein Bekannter darauf achten, dass die Gruppe nicht zu groß ist. Für gute Ergebnisse würde ich max. 4-6 Personen sagen, damit der Lehrer auch wirklich genug Zeit für die einzelnen Schler hat. Einzelunterricht bringt natürlich noch am meisten, aber ist i. d. R. auch teurer.

Als Sprachlehrerin würde ich aber davon abraten, einen Kurs in Vollzeit (also mehrere Stunden täglich?) zu machen, da davon dann zu wenig hängen bleibt. Zwei-dreimal die Woche je 90 Min. und dazwischen eigenständige Wiederholung oder Übungsaufgaben für zu Hause dürften mehr bringen und schonen den Geldbeutel;)

Wenn er sein Englisch für den Beruf verbessern möchte, sollte er schon darauf achten, dass er einen Kurs für Business English macht, da dort ein ganz anderes Vokabular eingeübt wird. Interessant könnten in dem Zusammenhang auch Mustergeschäftsbriefe und Telefonierübungen sein, die im Idealfall Bestandteil des Kurses sein sollten.
6AuthorAmbra87     (417300) 04 Nov 09 23:04

Comment@Ambra

Als Sprachlehrerin würde ich aber davon abraten, einen Kurs in Vollzeit (also mehrere Stunden täglich?) zu machen, da davon dann zu wenig hängen bleibt.

Siehst du das wirklich so? Ich muss sagen, es verwundert mich etwas (bin allerdings auch kein Profi auf dem Gebiet). Irgendwie dachte ich ganz laienhaft schon, dass sehr intensiver Umgang mit der Sprache (das viel zitierte "Sprachbad") einen guten Lernfortschritt bringt. Meine Vermutung war bisher, dass das Lernen in so einem Setting eben nicht nur so funktioniert, dass man bestimmte Inhalte lernen und sich bewusst aneignen muss (und damit erreicht, dass "etwas hängenbleibt"), sondern zusätzlich auch noch auf ganz unspezifische Weise dadurch, dass man ganz viel von der Sprache um sich herum hört und erlebt, ganze Formulierungen nach und nach "aufschnappt", weil man sie immer wieder hört usw. - eben so ähnlich, wie man eine Sprache lernt, wenn man einfach in einer Umgebung ist, wo diese Sprache ausschließlich gesprochen wird. Die Frage ist nur, wie lange muss man in einem solchen "Sprachbad" sein, bis man einen deutlichen Fortschritt macht? Reichen da die paar Wochen eines Intensivkurses aus?
7AuthorGoldammer     (428405) 05 Nov 09 23:03

CommentAlso, um Missverständnissen vorzubeugen: Ein Sprachkurs, der jeden Tag mehrere Stunden Unterricht beinhaltet, bringt meiner Meinung nach das gleiche oder sogar weniger als ein Sprachkurs, der jeden Tag nur 90 Min. dauert (bei intensievem Kleingruppenuntericht).

Aber ein Aufenthalt in dem jeweiligen Land, wo man auch außerhalb des Unterrichts fast nur diese Sprache hört und sprechen muss, kann sehr viel bringen.

Ich war mal 4 Wochen in Spanien im Praktikum. Als ich ankam, hab ich kaum was verstanden und konnte auch ohne Wörterbuch nicht viel sagen. Nach drei Wochen konnte ich mich ganz passabel unterhalten, auch wenn hin und wieder die Hände und Füße zum Einsatz kamen und ich noch relativ viele Fehler gemacht habe. Wohlgemerkt, ich hatte bereits drei Jahre Schulunterricht als Vorbildung, der bloß eingerostet war ...
8AuthorAmbra87     (417300) 05 Nov 09 23:57

CommentGoldammer, das hätte ich auch gedacht. Immerhin ist es ja auch beim Austauschjahr oder Auslandsjahr/Praktikum so, dass man möglichst total eintaucht, und dabei eben auch am meisten lernt. Ich fand, dass ich am schnellsten lernte, wenn ich versucht habe, Deutsch total aus dem Kopf zu bekommen, und das auch schon ein kurzes Telefonat in meiner Muttersprache mich wieder zurückgeworfen hat.
9Authorladygrey     (235863) 06 Nov 09 00:11

CommentMeiner Meinung nach helfen folgendes Sachen (mind. 1-2 Std. am Tag) sehr gut:

- Mobiltelefon und alle technischen Geraete auf Englisch umstellen.
- Computerprogramme bzw. das OS auf Englisch benutzen.
- Filme in Original anschauen (Am besten welche die man schon kennt).
- Buecher im Original lesen (Am besten welche die man schon kennt).
- Englisch chatten/skypen
- Nur noch englische Webseiten/News lesen
- Suchanfragen auf Englisch stellen
- usw...

Somit sollte man relativ schnell ein Gefuehl fuer die Sprache kriegen was die Vorraussetzung fuer die aktive Anwendung (Konservation) ist.

Von kurzen Intensivkursen halte ich nichts...Entweder laenger ins Ausland oder diese Methode...

Aber das ist nur meine persoenliche Meinung...
10AuthorPNBWEC11 Nov 09 23:45

CommentDie Intensivkurse am WALLSTREET INSTITUTE sollen sehr gut sein.

www.wallstreet-institute.de

P.S.: beim Anrufen nicht erschrecken, da wird man nur auf Englisch angesprochen!
11Authorlexyy unplugged12 Nov 09 00:22

CommentMeine Meinung:

Ja, Intensivkurse bringen sehr viel. Insbesondere bei Englisch, da die meisten ja schon Vorkenntnisse haben. Ein Intensivkurs schafft es, diese Vorkenntnisse zu mobilisieren und ein wenig Grund in die Sache reinzubringen. (Bei den meisten Leuten mit Vorkenntissen hat sich im Laufe der Jahre ja ein gewisses Halbwissen mit grammatischem Wildwuchs gebildet. Ein Intensivkurs kann damit aufraeumen und die weitere Entwicklung der Sprachkenntnisse auf eine solide Basis stellen.)

Folgende Aspekte scheinen mir aber sehr wichtig zu sein, damit der Intensivkurs wirklich eine intensive Sprachverbesserung mit sich bringt:

- im englischsprachigen Ausland
- Unterkunft bei einer Gastfamilie (das funktioniert auch gut, wenn der Kursteilnehmer schon aelter ist)
- mindestens 3 Wochen
- Mehrere Stunden taeglich
- davon mindestens die Haelfte in massgeschneidertem Einzel(!)unterricht,
abgestimmt auf die Vorkenntnisse und Beduerfnisse des Teilnehmers
- die restliche Zeit in sehr kleinen Gruppen (max 4 Leute) oder auch als Einzelunterricht
- bei einer erfahrenen, kompetenten Sprachschule, die nicht nur auf Teenie-Reisen spezialisiert ist.
- Sprache ist nicht nur eine intellektuelle Veranstaltung, sondern primaer eine Frage der Praxis. D.h. der Teilnehmer sollte im Vorfeld und im "Nachfeld" des Kurses moeglichst viele englische Filme gucken (ggf. mit englischen Untertiteln), englische Fernsehsendungen sehen, englische Buecher lesen, etc.

Wenn man die von mir genannten Bedingungen verwirklicht, duerfte der Intensivkurs tatsaechlich intensive Auswirkungen haben.
12AuthorLondoner(GER)12 Nov 09 04:08

CommentZusatzbemerkung: Die von mir eben skizzierte Variante eines Intensivkurses scheint mir uebrigens von allen Moeglichkeiten, sein Englisch zu verbessern, die zweitbeste zu sein. Die erstbeste Variante ist es, wenn man ein paar Jahre im englischsprachigen Ausland lebt. Wenn man keine Zeit fuer einen laengeren Auslandsaufenthalt hat, ist IMHO alles andere als ein Intensivkurs suboptimal und geht letztendlich mit Zeitverschwendung einher. Intensivkurse sind die konsequenteste Art, eine Sprache zu lernen (abgesehen von einem laengeren Auslandsaufenthalt natuerlich).
13AuthorLondoner(GER)12 Nov 09 04:14

Comment"Sprache ist nicht nur eine intellektuelle Veranstaltung, sondern primaer eine Frage der Praxis. D.h. der Teilnehmer sollte im Vorfeld und im "Nachfeld" des Kurses moeglichst viele englische Filme gucken (ggf. mit englischen Untertiteln), englische Fernsehsendungen sehen, englische Buecher lesen, etc."

Meine Meinung...Das heisst auch das man das dann immer machen sollte um im Englischen drin zu bleiben...
14Authordudelda12 Nov 09 16:04

CommentHallo zusammen...

Also ich habe einen Business English Intensiv Sprachkurs in Berlin besucht, und das war auf jeden Fall sehr hilfreich. Fuer zwei mal drei Monate, 7 Stunden taeglich und vom Arbeitsamt finanziert. Mit LCCI - Abschlusspruefung (London Chamber of Commerce and Industry, also Londoner IHK). Es war auf jeden Fall ein guter Mix aus Alltagsenglisch und Businessenglisch. Einen guten Kurs zu finden ist sicherlich nicht einfach.

Allerdings wuerde ich vom Wallstreet Institut abraten, da ich von dort nichts Gutes gehoert habe. (mein Englischlehrer hat dort auch mal gearbeitet)
Auch ein Kurs an der Volkshochschule hat mir persoenlich ueberhaupt nichts gebracht.

@Goldhammer: Sollte dein Bekannter zufaellig in Berlin wohnhaft sein, kann ich mit der Sprachschule gerne weiterhelfen.

Viele Gruesse
15AuthorJule aus Melbourne13 Nov 09 01:14

CommentNein, Jule, er lebt nicht in Berlin. Trotzdem danke für die Info!
Nett, dass du einen "Hammer" aus mir gemacht hast...!!!
;-)
16AuthorGoldammer     (428405) 13 Nov 09 07:45

CommentImmersion hilft einfach, den Sprachklang etc. zu lernen. Business-Englisch lernt man davon noch nicht.
Die obengenannten Tips, um die Sprache in den Alltag zu integrieren, find ich super.

Ausserdem:
Wenn er arbeitslos ist, kann er dann nicht 4-6 Wochen Freiwilligenarbeit leisten, irgendwo in UK, grad in der Weihnachtszeit würde das doch gesucht?

Shameless plug:
http://www.ceran.com/en/immersion-for-adults/centres-formations/uk/presentation....
Ich hab bei denen für Sauteures Geld eine Woche mein Französisch aufgefrischt. Ich fand es extrem gut und ungemein bereichernd. Ist halt teuer. Aber die Lehrer frühstücken schon mit einem und machen den ganzen Tag lang Konversation bis zum Schlafengehen.
17AuthorNick A. Lias13 Nov 09 08:44

CommentDas Problem ist die Anwesenheitspflicht, die man als Arbeitsloser hat. Man muss ja "dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen", kann also nicht einfach so mal für ein paar Wochen ins Ausland verschwinden. Man hat einen Urlaubsanspruch von ein paar Wochen, und damit hat sich's.
Ein Vollzeitsprachkurs wird u.U. vom Arbeitsamt als sinnvolle Maßnahme anerkannt, für die man abwesend sein darf, aber man muss es auf jeden Fall mit denen abstimmen und absprechen.
18AuthorGoldammer     (428405) 13 Nov 09 09:20


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